Wasser Kreislauf
1.) Förderpumpe & Überlauf
Kernstück ist eine ATK 10.000l/h Förderpumpe
welche die not-
wendige Durchflussmenge durch den Filter und die Strömung im
Hauptbecken liefert.
Aufgrund der notwendigen Förderhöhe (3m)
sowie
diversen Bögen und Winkeln in der Verrohrung vom Keller
ins EG wälzt
diese dann noch ca 3500
l/h um.

Das Wasser wird vom Keller ins Hauptbecken gepumpt (graue
Rohr-leitung, verlässt das Hauptbecken wieder durch einen
Überlaufschacht
und mündet vorn dort
wieder ins Filterbecken im
Keller (dunkel-grüne Rohrleitung).
Die Verrohrung aus verklebtem PVC-U hat einen Ablauf-Ø
von 50mm
und einen Zulauf-Ø von 40mm.
Zur Lärmreduzierung wird das ablaufende Wasser im
Überlaufschacht
im Hauptbecken
angestaut.
Die Einstellung der
Stauhöhe erfolgt durch
einen Feinabsperrhahn
im Keller.
Dieser hat
sich sehr bewährt, da bei
Becken mit größerer
Durchflussmenge UND
hoher Fallhöhe das
Einstellen
relativ genau erfolgen muss.
Seitenansicht: Einstellhahn, Schlauch Notüberlauf, Einlauf ins Technikbecken

Da unser Becken einmal bereits knapp vor dem Überlaufen war
wurde zusätzlich ein
Not-Überlaufsystem eingebaut.
Dieses kommt nur zum Einsatz wenn die Einstellung des
Fein-Absperr-hahnes falsch
vorgenommen wurde oder verstellt
hat
und sich der Überlaufschacht zu hoch anstaut.
Zur Überwachung befinden sich im Überlaufschacht 2
Pegel-Messsensoren. Bei Ansteigen des Wasserstandes im
Überlaufschacht schlägt zunächst
der
untere Pegelsensor an.
Eine im Keller zusätzlich installierte Pumpe (Aquabee 3000l/h,
Ansaug-stutzen im
oberen Bild noch erkennbar) läuft an und
saugt
das Wasser
über das Zusatz-Überlaufrohr in den Schlauch, durch
die Pumpe
und dann
ins Filterbecken im Keller.
Sobald der
Wasserstand wieder gesunken
ist schaltet die Pumpe wieder aus.
Draufsicht: Einstellhahn, Schlauch
Notüberlauf, Pumpe Not-Überlauf

Genügt der Not-Überlauf nicht und steift der Wasserstand weiter
an
kommt der
obere Pegelsensor zum Einsatz.
In diesem Fall wäre das Becken bereits kurz vor dem Überlaufen
und
ein
akustischer Alarm wird ausgegeben.
Draufsicht Überlaufschacht:
Pegelsensoren für Notüberlauf, Überlaufrohr für Notüberlauf

2.) Frischwasser
Das Leitungswasser bringt je nach Lage bzw. Wasserversorger
mehr
oder weniger
Schadstoffe mit sich. Genaue, zu
verschiedenen
Zeitpunkten durchgeführte, Leitungs-
Wassertests geben Aufschluss hierüber. Die
Bewohner
der Riffaquarien reagieren
teilweise
sehr sensibel
hierauf. Deswegen sollte man sich, gleich zu Beginn,
einige
Gedanken über die Wasseraufbereitung machen.
Killer-Kriterien für die 1:1 Verwendung des Leitungswassers sind
Nitrit-/Nitratgehalt, Phosphatgehalt
und vor allem der Silikatgehalt.
Aufgrund unserer schlechten Leitungswasserwerte wurde,
von Anfang
an eine
Umkehr-Osmoseanlage (UOA) eingesetzt.
Diese filtert die
meisten
Schadstoffe aus dem Leitungswasser
bevor dieses dem
Aquarium zugeführt wird.
Ich persönlich würde bei keinem Riff-Aquarium darauf verzichten
!
Besonders schädlich, und bei uns selbst leider zunächst
vernachlässigt
und nicht
überprüft wurde der
Silikatgehalt.
Dieser wird nur zu einem
Teil durch Umkehr-Osmose entfernt.
Durch jeden Liter zugeführtes Aquariumwasser reichert
sich
dieser im System an und ist
sehr schädlich. Er führt vor
allem zu
starker
Algenbildung und damit
zu weiteren Nebenerscheinungen.
Nach Entfernung des deutlich überhöhten Silikat-Gehaltes durch
Spezial-Filtermedien, sorgt seitdem
ein,
der Osmoseanlage
nachgeschalteter Mischbettharz- oder Reinstwasserfilter für
sauberes
Wasser schon bei der Zufuhr.
Bild:
- Aqua Medic Umkehr-Osmoseanlage (3 Patronen oben)
- Aqua Medic Mischbettharz-/Reinstwasser-Filter (unterer Behälter)
- Magnetventil (oberhalb Osmoseanlage, an Wasserhahn montiert)

Die Filterpatronen müssen übrigens bei beiden Systemen regel-
mäßig ausgetauscht
werden.
Aus 1 Liter Leitungswasser werden
so
ca. 0,25 Liter Reinstwasser generiert.
Ebenso entstehen
0,75 Liter "Abwasser" die zu Gießzwecken
verwendet werden.
Hierzu laufen sie in eine große Auffangtonne (siehe Technik
Übersicht). Wird die Auffangtonne zu voll, entleert sie sich
selbstständig über
eine
Rohrleitung ins Freie in einen Sickerschacht
3.) Nachfüll-Automatik
Die Verdunstung von Wasser ist bei Riffaquarien nicht zu vernach-
lässigen.
Grund hierfür ist einerseits die relativ hohe Temperatur
durch
die notwendige starke Beleuchtung, anderseits das hohe
Strömungsvolumen
und die dadurch wellige Wasseroberfläche.
Würde man nicht ständig Wasser zuführen würde nicht nur
der Wasserstand sinken,
sondern sich vor allem der Salzgehalt im
Becken
ständig erhöhen.
Der Wasserstand im Hauptbecken bleibt zwar konstant (siehe
oben, Überlauf) allerdings
würde er, durch Verdunstung,
im Technikbecken
ständig sinken.
Unsere Nachfüllautomatik funktioniert folgendermaßen:
Ein Pegelsensor in der Pumpenkammer des Technikbeckens ist
genau
auf das
übliche Wasserniveau eingestellt. Wird dieses
unterschritten
öffnet ein Magnetschalter den Leitungs-
Wasserzulauf in die
UOA & Reinstwasserfilter. Das austretende
Reinstwasser tröpfelt ins
Technikbecken und korrigiert so den
Wasserstand.
4.) Wasserwechsel Semi-Automatik
Alle 1-4 Wochen werden ca 15% des Wasservolumens
durch
frisch angesetztes Salzwasser ausgetauscht. Dies läuft dann
folgendermaßen ab:
- Benötigte Wassermenge an Reinstwasser in den dafür
vorgesehenen
Vorratsbehälter füllen. Hierzu wird der Ausfluss
der Osmose-Anlage temporär in den blauen Vorratsbehälter
umgeleitet (siehe Technik-Übersicht).
- Ist der Behälter voll erfolgt eine automatische
Abschaltung
des Frischwasser Zuflusses.
- Inhalt Vorratsbehälter mit Heizung auf Soll-Temperatur des
Haupt-beckens
bringen
- Benötigte Menge an Salz einwiegen, in Vorratsbehälter geben,
und mit einer Mischpumpe umwälzen/vermischen.
- Salzgehalt überprüfen evtl Salz nachdosieren
- gewünschte Wechselmenge aus Technikbecken entfernen und
gleichzeitig frisches Salzwasser durch die Mischpumpe zurück ins
Technikbecken wieder in den Wasserkreislauf des
Hauptbeckens pumpen
Der eigentliche Wasserwechsel dauert so nur ca.10 Minuten.
Die Ventile steuern wohin das Wasser
fließt
(Technikbecken oder Wasser-wechsel-Behälter)

Der Elektro-Schalter steuert das
Magnetventil der UOA:
0: Immer Aus
1: Niveau-Regulierung
2: Füllstand Wasserwechselbehälter
3: Immer An

